Auf meiner imaginären Reise sind wir jetzt bei den Weinen angelangt.
Vor den Details zu jedem einzelnen möchte ich Ihnen skizzieren, wie und warum die Idee entstand, unsere Trauben zu verarbeiten und zu vinifizieren, um den Wein dann, immer noch im Betrieb, auf Flaschen zu ziehen.
Wie ich bereits eingangs erwähnte, kam mir kurz nach dem Verlust meines Vaters 1988 der Gedanke, dass es sich vielleicht lohnen könnte, einen Qualitätssprung nach vorne zu machen und mit dem Anbau von Trauben zu beginnen, um Wein aus ihnen zu bereiten, nicht um sie nur zu verkaufen.
Zwei Jahre zuvor hatte die Region Sizilien und das Institut für Weinanbau in verschiedenen Gegenden Siziliens Versuchsfelder angelegt und mit Stöcken aus dem In- und Ausland bepflanzt. Hieraus entstanden Orte, an denen Wein hergestellt und neues Wissen über die Potenziale unseres Bodens entwickelt werden konnten.
Das Institut realisierte dann den Versuchsweinkeller in Virzì, genau bei uns; es handelte sich um ein ganz gewöhnliches Labor und alle kamen auf einen Besuch vorbei. Sie werden jedoch ahnen, dass es für mich ein ganz besonderes Experiment war, diese Einrichtung in meinen wohlgesinnten Mauern zu beherbergen.
So begann ich, meine Nase in ein Glas zu stecken, um den Unterschied zwischen den verschiedenen Formen der Weinbereitung zu verstehen, Trauben draußen am Stock zu prüfen, um zu verstehen, welche Trauben hier, bei mir zuhause, besser gediehen als anderswo.
Der nächste zwangsläufige Schritt bestand darin, solche Stöcke anzupflanzen, die besser als andere an die Gegebenheiten in unserem Gebiet angepasst waren.
Ich möchte daran erinnern, dass wir 95 Hektar aufgeteilte Rebflächen auf einem Gelände von 180 Hektar in einer Höhe zwischen 200 und 400 Metern über dem Meeresspiegel bewirtschaften.
Hier nun die Antwort für all jene, die mich im Laufe der Jahre immer wieder gefragt haben, warum ich es nicht wie jeder normale Sizilianer gemacht hätte, der sein Fläschchen Nero d'Avola einfach so produziert: weil hier noch nicht die idealen Bedingungen gegeben waren, um gute Trauben zu ziehen, die uns die Möglichkeit bieten würden, einen guten Wein herzustellen.
Also wurden nach den experimentellen Versuchen solche Stöcke gepflanzt, die uns jene Sicherheit vermitteln konnten, die wir uns vorstellten. Dann, nachdem wir schließlich die Standorte für den Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot und den Nero d'Avola gefunden hatten, erkannten wir bei ihrer Verkostung, dass sie uns nicht durch ihre Potenz, sondern ihre Eleganz zufriedenstellen konnten; gleiches traf dann auf den Grillo, Catarratto, Inzolia und Chardonnay zu.
Der größte Erfolg besteht für mich darin, wenn es mir gelingt, die Lagen, die Bodenqualität, die zu verwendende Unterlage und die anzubauenden Trauben zu interpretieren.
1993 wurde zwar der erste Wein produziert. Vorher jedoch, genauer gesagt 1991, war bereits ein Versuch im Weinkeller eines Freundes unternommen und in der Runde verkostet und wohlwollend beurteilt worden.
Der erste Wein war der rote Don Pietro, der den Namen meines Vaters trug und für die Tische der Welt bestimmt war.